Verein für Mineralogie und Paläontologie
Schwarzwald-Baar-Kreis e.V. (VMP)
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Schleifen des KJ003-Designs
Bei der Auswahl des Rohsteins sollte auf einwandfreie Qualität geachtet werden. Je nach verwendetem Material muss der Stein orientiert werden. So ist z.B. bei Turmalin auf den ausgeprägten Dichroismus zu achten. Bei z.B. Fluorit und Topas ist auf die Lage der Spaltflächen zu achten.
Wichtig ist, dass der verwendete Dopstift nicht zu groß gewählt wird. Sehr schnell kommt man sonst in die Situation, dass der Dopstift angeschliffen werden muss. Ob warm oder kalt (2-Komponenten Kleber) aufgekittet bzw. aufgeklebt wird hängt ebenso vom verwendeten Material ab. Wärmeempfindliches Material (z.B. Topas, Turmalin, Smaragd) sollte immer geklebt werden. Ansonsten kommt es leicht zu Rissbildungen.
Als Schleifmaschine kommt bei mir die 'Facetron' zum Einsatz.

Wir beginnen mit dem Unterteil.

Ausgangsmaterial ist eine Citrin-Kristallspitze.

Wir schleifen die grobe Grundform mit z.B. der Körnung 80.

Im nächsten Schritt wird die Rondiste R ......

.... sowie die Facetten P1 mit Körnung z.B. 360 geschliffen.
Ob zuerst R und dann P1 oder umgekehrt geschliffen wird spielt keine Rolle
Bereits in diesem Stadium ist auf möglichst exakte Ausführung der 'Meetpoints' (die Treffpunkte der Facetten) zu achten.
Wichtig ist, dass jede feinere Körnung die Spuren der vorhergehenden, groberen Körnung beseitigt.

Nun werden die Treppenfacetten P2 .....

..... und P3 geschliffen.

Es folgt die nächst feinere Körnung, z.B. 1200. Damit werden die Facetten P1, P2 und P3 geschliffen. Außerdem kann mit dieser Körnung auch die Facettenreihe P4 geschliffen werden.
Aber Vorsicht! P4 wird leicht überschliffen.


P1, P2, P3 und P4 mit Körnung 1200 geschlifen.
Nachdem dann alle Facetten mit Körnung 2000 vorpoliert sind, folgt nun der anspruchvollste Teil der Arbeit, die Politur. Die Polierreihenfolge entspricht der Schleifreihenfolge.

Zuerst wird die Rondiste R poliert. Um nicht die volle Breite der Rondiste polieren zu müssen stellen wir den Winkel nicht auf 90° sondern auf z.B. 89° oder 89,5°.

Es folgen die Facetten P1, P2, P3 und P4.

Das fertig polierte Unterteil.
Um eine perfekte Politur zu erreichen ist auf mehreren Faktoren zu achten. Diese sind:
- das zu polierende Material
- die verwendete Polierscheibe
- das Poliermittel
Nach vielen Versuchen mit Diamantpulver, Alu-Oxid, Cer-Oxid, ..... und verschiedenen Polierscheiben wie Alu, Holz, Plexiglas, Kupfer, ..... erziele ich die besten Ergebnisse mit einer Diamantsuspension auf Wasserbasis, momokristallin - die es in unterschiedlichen Korngrößen ab 0,25 µ gibt - sowie einer Zinn/Blei - Scheibe. Das funktioniert mit nahezu jedem zu polierendem Material. Diese Suspensionen sind mit den Korngrößen 3 µ und 6 µ auch für die Vorpolitur zu empfehlen.
Jeder muss jedoch seine eigenen Erfahrungen machen und den für sich erfolgreichsten Weg finden.

Das fertig polierte Unterteil.
Um das Oberteil schleifen zu können, muss der Stein umgekittet werden.




Auch beim Oberteil müssen alle Körnungen durchlaufen werden.
Vom Schliff .....

..... über die Vorpolitur .....

..... bis zur Politur

Der fertige Stein.







Alle Bilder: Klaus Jelinek

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